Anna von Brandenburg
Als Anna von Brandenburg, Herzogin von Schleswig-Holstein, 1514 mit 27 Jahren starb, wurde sie in Kloster Bordesholm beigesetzt. Fast 500 Jahre später ließen archäologische Untersuchungen neue Einblicke in ihr Leben zu.
Im Jahr 2000 konnte Annas mehrfach geplündert Gruft intensiv untersucht werden. Es gleicht einem Wunder, dass aus den verstreuten Resten dennoch völlig neue Erkenntnisse über ihr Leben gewonnen werden konnten.
Neben den wenigen Skelettteilen Annas wurden überraschend winzige menschliche Knochen entdeckt, die sich einem ungeborenen Kind zuordnen ließen. Damit wurde erstmals deutlich, dass Anna neben ihren beiden bereits 1503 und 1504 geborenen Kindern zum Zeitpunkt ihres Todes ein drittes Mal schwanger gewesen war. Die als Todesursache überlieferten Unterleibskrämpfe erhielten so eine neue Bedeutung. Zusammen mit Überresten einer kleinen Holzkiste, die man als Kindersarg deuten kann, muss man daher von einer Frühgeburt ausgehen, die Mutter und Kind nicht überlebten.
Im November 2000 wurden die zerstreuten Überreste der Bestattung Annas und ihres Kindes in einem neuen Sarg in der ursprünglichen Gruft in Bordesholm feierlich wieder beigesetzt.